Borussia Mönchengladbach hat einen unrühmlichen Negativrekord aufgestellt. Die 1:2-Heimniederlage gegen die TSG Hoffenheim war die sechste Pleite in Folge zum Saisonauftakt, ein historisch schlechter Wert, den noch keine andere Mannschaft in der Bundesliga erreicht hat. Damit rangiert Gladbach mit null Punkten nach sechs Spielen auf dem 18. und letzten Tabellenplatz.
Die Stimmung im Borussia-Park war angesichts von über 10.000 leeren Plätzen gedrückt. Trainer Alexander Blessin, der die Mannschaft seit diesem Sommer betreut, konnte die erhoffte Wende nicht einleiten. „Wo soll ich anfangen?“, sagte der Coach nach dem Spiel und spiegelte damit die allgemeine Ratlosigkeit wider. Gladbach rangiert mit null Punkten aus sechs Spielen klar auf dem letzten Platz der Tabelle und hat bereits 14 Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter Bayern München.
Blessin findet keine Lösung
Die Defensive bleibt das größte Problem. Mit 20 Gegentoren bei nur acht eigenen Treffern weist die Mannschaft die mit Abstand schlechteste Tordifferenz der Liga auf. Beim 1:2 gegen Hoffenheim trafen Bambasé Conté (11.) und Alexander Prass (54.) für die Gäste, dazwischen gelang Wael Mohya (49.) der einzige Treffer für die Fohlen. Blessin musste zudem auf sieben verletzte oder gesperrte Stammspieler verzichten, darunter Kapitän Tim Kleindienst.
Die jüngste Formkurve gibt wenig Anlass zur Hoffnung. Nach dem 3:4 gegen Mainz und der 0:5-Klatsche in Freiburg folgte ein 3:0-Erfolg im DFB-Pokal gegen Siegen und ein 1:1 in St. Pauli. Doch die beiden letzten Bundesliga-Spiele endeten wieder mit Niederlagen: 1:2 in Köln und nun die Heimpleite gegen Hoffenheim. In den letzten fünf Pflichtspielen verzeichnet die Mannschaft damit nur einen Sieg, ein Unentschieden und drei Niederlagen und hat die letzten beiden Ligaspiele verloren.
Bonhof unter Druck
Die anhaltende Krise hat die Diskussion um die Vereinsführung neu entfacht. Seit März 2024 ist Rainer Bonhof Präsident von Borussia Mönchengladbach. Verschiedene Fanverbände fordern inzwischen öffentlich seinen Rücktritt und strukturelle Veränderungen. Die Frustration im Umfeld ist groß, weil sich die Probleme schon länger abzeichnen und nicht allein auf der Trainerbank zu verorten sind.
Der Blick auf den nächsten Spieltag bietet wenig Erholung. Am Donnerstag, dem 23. Oktober, geht es zum Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart. Die Schwaben liegen aktuell auf dem 13. Tabellenplatz. Das letzte Aufeinandertreffen im Januar endete mit einer 0:3-Niederlage für Gladbach. Alle Termine der anstehenden schwierigen Woche sind im Spielplan zu finden. Die Mannschaft muss dringend einen Punktgewinn finden, um nicht völlig den Anschluss zu verlieren.
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Nach der 1:2-Heimniederlage gegen Hoffenheim verstummte die Gladbacher Kabine. Die Spieler verließen den Borussia-Park wortlos, viele allein. Sportvorstand Rouven Schröder und Trainer Alexander Blessin sehen die „wehrlose, führungslose“ Mentalität als Kernproblem. Sie führen nun Einzelgespräche, statt auf die Mannschaft einzudreschen. Blessin sagte dem Team: „Die Schwachen bleiben liegen, die Starken werden aufstehen.“ Mit null Punkten nach sechs Spielen droht gegen Stuttgart der historisch schlechteste Start aller Zeiten.
Isac Lidberg fällt für das Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart aus. Der Klub bestätigte die muskulären Probleme des Schweden. Sportvorstand Rouven Schröder sagte nach der 1:2-Heimniederlage gegen Hoffenheim: „Ich hoffe, dass es bei Isac nichts Schlimmeres ist.“ Lidberg ist damit der neunte verletzte Spieler. Neben ihm fehlen auch Kapitän Tim Kleindienst und sieben weitere Stammkräfte. Die Fohlen, die mit null Punkten auf dem letzten Platz stehen, treffen auf den 13. der Tabelle.
