Borussia Mönchengladbach hat einen neuen Cheftrainer gefunden. Der Klub reagiert damit auf den katastrophalen Saisonstart mit vier Niederlagen in Folge und null Punkten in der Bundesliga.

Sportdirektor Rouven Schröder brachte die Lage auf den Punkt. „Das einzig Positive ist, dass die Saison noch nicht vorbei ist“, sagte er. Die Entscheidung für Alexander Blessin fiel nach der 3:4-Heimniederlage gegen Mainz 05 am vergangenen Wochenende. Gladbach steht nach vier Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz und hat bereits 16 Gegentore kassiert.

Blessin kommt vom FC St. Pauli, wo er erst im Sommer Fabian Hürzeler ersetzt hatte. Der 51-Jährige ist ein Schüler der Red-Bull-Trainerschule und arbeitete zuvor bei RB Leipzig. Seine größten Erfolge feierte er in Belgien bei Union St. Gilloise, wo er einen Punkte­schnitt von über 2,0 pro Spiel erreichte. Auch bei Oostende und beim italienischen Erstligisten Genoa setzte er sein favorisiertes 3-4-3-System um.

Die dringendste Aufgabe

Seine erste und dringendste Aufgabe in Mönchengladbach wird die Stabilisierung der Abwehr sein. Im Schnitt kassierte die Mannschaft in den ersten vier Ligaspielen vier Tore pro Partie. Drei der vier Mainzer Treffer am Samstag fielen nach Standardsituationen. Interimstrainer Jan-Moritz Lichte fand nach dem Spiel kaum Worte. „Wenn du hier sitzt und am Ende wieder vier Gegentore bekommen hast, dann fällt es schwer, noch etwas schönzureden, und das will auch keiner“, so Lichte.

Die Probleme sind offensichtlich. Schon in der 3:4-Pleite gegen den Aufsteiger Elversberg hatte Stürmer Tim Kleindienst seine Mitspieler öffentlich kritisiert. Gegen Mainz sorgte eine Diskussion zwischen Kevin Diks und Shuto Machino über die Ausführung eines Elfmeters für Unruhe. Machino verwandelte den Strafstoß schließlich in der 95. Minute zum 3:4-Endstand. Die komplette Übersicht über die aktuellen Verletzungen zeigt, dass mit Enzo Leopold ein weiterer Defensivspieler fehlt.

Der erste Test im Derby

Blessins Feuertaufe wartet gleich nach der Länderspielpause. Am 11. Oktober geht es im Rheinischen Derby zum 1. FC Köln, der aktuell auf Platz 13 steht. Ein Sieg im Bökelbergstadion wäre ein überfälliges Signal. Die Mannschaft hat in den letzten fünf Pflichtspielen nur einen Sieg gegen Aston Villa im Testspiel errungen, ansonsten gab es vier Niederlagen. Die Tabelle zeigt das ganze Ausmaß der Krise: Mit einem Torverhältnis von 6:16 liegt man zwölf Punkte hinter der Spitze.

Der neue Trainer muss die Mannschaft schnell auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Blessin gilt als detailversessener Taktiker, der klare Strukturen schafft. Ob sein System mit drei Verteidigern auf die aktuellen Gladbacher Spieler passt, wird sich zeigen. Die Vorbereitung auf das Derby beginnt sofort. Alle weiteren Termine des Herbstes sind in unserem Spielplan aufgelistet. Der Kader von Borussia Mönchengladbach mit Top-Torschütze H. Bolin (zwei Saisontore) ist unter Kader einsehbar.

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