Alexander Blessin ist der neue Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach. Der 53-Jährige übernimmt den abstiegsbedrohten Bundesligisten nach der enttäuschenden 3:4-Heimniederlage gegen Mainz.
Die Mannschaft hat in den ersten vier Spieltagen alle Partien verloren und ist mit null Punkten Tabellenletzter. Dabei kassierte sie 16 Gegentreffer. Präsident Rainer Bonhof zeigte sich nach dem jüngsten Rückschlag fassungslos. „Bei der 3:4-Pleite gegen Mainz beugte sich Präsident Rainer Bonhof fassungslos über das Tribünengeländer, verharrte darauf mit Armen und Kopf“, beschrieb ein Beobachter die Szene im Borussia-Park.
Sportvorstand Rouven Schröder hatte die Einigung mit Blessin bereits vor dem Spiel bekanntgegeben. „Ich habe eine mündliche Einigung mit einem Nachfolger für den entlassenen Eugen Polanski“, sagte Schröder. Polanski war nach der schwachen Auftaktphase entlassen worden, Interimstrainer Jan-Moritz Lichte überbrückte die Zeit. Blessin unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2026.
Größte Baustelle Verteidigung
Blessins dringlichste Aufgabe ist die Stabilisierung der defensiv schwachen Mannschaft. Die Gladbacher kassierten zuletzt fünf Tore in Freiburg und vier gegen Mainz. Diese Serie muss der neue Trainer stoppen. Er übernimmt eine als mental zerrüttet beschriebene Truppe, in der es zudem in der Kabine rumort. Blessin und Schröder müssen nun gemeinsam ein funktionierendes Rettungskonzept entwickeln.
Der Trainer darf maximal einen neuen Co-Trainer mitbringen und wird ansonsten mit dem bestehenden Team um Lichte und Markus Gellhaus arbeiten. Eine ähnliche Konstellation akzeptierte er bereits bei seinem vorherigen Verein Union Saint-Gilloise.
Druck startet sofort
Für Blessin beginnt der Druck sofort nach der Länderspielpause. Sein erstes Spiel ist das rheinische Derby beim 1. FC Köln am 11. Oktober. Die Gladbacher gehen mit null Punkten in diese prestigeträchtige Partie. Köln steht derzeit auf Platz 13. Das Saisonziel bleibt klar: Der Klassenerhalt. Die Mannschaft hat in dieser Saison noch kein Spiel gewonnen und nur ein einziges Tor in der ersten Halbzeit erzielt.
Blessin muss auch die hitzige Debatte um seine eigene Verpflichtung moderieren. Kritiker werfen Schröder vor, viele Entscheidungen des vorherigen Trainers Polanski beeinflusst zu haben. Nun müssen beide eng zusammenarbeiten. Die aktuelle Squad-Liste zeigt die Spieler, auf die Blessin setzen kann, darunter Kapitän Tim Kleindienst und Torschütze Shuto Machino. Verletzungsbedingt fehlen weiterhin Jens Castrop, Yukhym Konoplya und Enzo Leopold.
Der neue Trainer hat wenig Zeit, um die Mannschaft auf das Derby vorzubereiten. Alle weiteren Termine des Klubs sind im fixtures-Kalender zu finden. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Blessin die Wende einleiten kann. Die Mannschaft muss ihre Form schnell verbessern, um nicht weiter in der Tabelle abzurutschen.
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