Borussia Mönchengladbachs Trainer Eugen Polanski verordnet seiner Mannschaft nach dem nächsten Defensivdebakel eine Schocktherapie. Die Gladbacher kassierten am Samstag in der Bundesliga vor eigenem Publikum eine 4:3-Heimniederlage gegen den SV Elversberg, nachdem sie noch mit 3:1 geführt hatten.

Die Niederlage, über die zunächst sports.yahoo.com berichtete, bedeutet den zweiten Saisonsieg in Folge und lässt die Borussia mit null Punkten auf dem letzten Tabellenplatz der Bundesliga stehen. Die Bilanz nach zwei Spieltagen ist verheerend: drei eigene Tore stehen sieben kassierten gegenüber. Titelaspirationen sind damit früh vom Tisch, der Rückstand auf Tabellenführer SC Freiburg beträgt bereits sechs Punkte.

Was lief in der Partie gegen Elversberg schief?

Gladbach schien zunächst auf dem Weg zu einem dringend benötigten Erfolg. Hugo Bolin erzielte ein Doppelpack, Joe Scally traf in der zweiten Halbzeit zur 3:1-Führung. Elversberg erzielte drei Tore und drehte das Spiel. "Für uns war es ein beschissenes Spiel mit einem beschissenen Ende", sagte Polanski nach dem Abpfiff. Er machte eine ganze Kette von Fehlern aus, die mit einem individuellen Fehler von Ko Itakura beim ersten Gegentor begann. Statt enger zu decken, ließ man sich laut Polanski auf einen Laufduell mit David Mokwa ein, anstatt den Ball zu klären oder ein taktisches Foul zu begehen. Das dritte Tor war ein direkt verwandelter Freistoß, gegen den man wenig ausrichten konnte. Beim vierten Treffer zeigte sich die Mannschaft dann "unglaublich naiv".

Wie reagiert Trainer Eugen Polanski?

Der Head Coach zeigte sich fassungslos über die konstante Schwäche in der Defensive, die er als "pure Verrücktheit" bezeichnete. Seine Lösung: Schocktherapie. "Es ist mir klar, dass wir über nichts anderes reden müssen als über diese drei Tore", erklärte Polanski. Gemeint ist eine schonungslose Videoanalyse der kritischen Szenen. Letztlich liege es aber an der Mannschaft, darauf zu reagieren. "Wir müssen die Jungs wieder aufbauen", so der Trainer. Er verteidigte die Grundhaltung seiner Spielern, denen er mangelnde Intensität oder Mentalität nicht vorwerfen wolle. Dennoch müsse man sich mit den Fans identifizieren, die einen schlechten Nachmittag erlebt hätten. Das Pfeifen aus den eigenen Reihen tue weh, aber nicht so sehr wie das Verschenken von drei Punkten.

Welche personellen Probleme belasten Gladbach?

Die Defensivprobleme werden durch mehrere Ausfälle verstärkt. Zum nächsten Spiel am 12. September bei Spitzenreiter SC Freiburg werden Daiki Hashioka, Enzo Leopold, Jens Castrop und Yukhym Konoplya weiter fehlen. Eine aktuelle Übersicht über den Kader findet sich auf unserer Mannschaftsseite. Die Verletzungssorgen machen die Aufgabe für Polanski und Sportdirektor Rouven Schröder nicht einfacher. Schröder hatte den Trainer nach dem schwierigen Abstiegskampf der Vorsaison im Amt bestätigt und zugleich Kader und Trainerstab umfassend umgebaut.

Wie geht es für Borussia Mönchengladbach weiter?

Der Fokus liegt nun vollständig auf der Defensivarbeit. Die positive Nachricht ist das Auftreten von Hugo Bolin, dessen Qualität Polanski seit seiner Ankunft Anfang des Jahres lobt. Gladbach schuf genug Chancen, um in eine komfortable Führungsposition zu gelangen. Die wiederkehrenden Defensivfehler lassen den Coach jedoch ratlos zurück. Die nächste Gelegenheit zur Wiedergutmachung bietet sich ausgerechnet beim aktuellen Tabellenführer. Das Auswärtsspiel bei SC Freiburg am 12. September wird eine enorme Herausforderung für eine verunsicherte Mannschaft. Den kompletten Spielplan der Borussia können Sie unserer Spieltermin-Übersicht entnehmen. Die aktuelle Tabellensituation ist auf den Bundesliga-Standings jederzeit einsehbar.