Borussia Mönchengladbach steckt nach einer dramatischen 3:4-Heimpleite gegen den Aufsteiger SV Elversberg in einer schweren Krise. Der Klub steht mit null Punkten und sieben kassierten Toren nach zwei Spielen auf dem letzten Platz der Bundesliga-Tabelle.
Wie bewertet Lars Stindl die Situation?
Lars Stindl, ehemaliger Kapitän der Borussia, äußerte sich am Sonntag im "Sport1-Doppelpass" zum Fehlstart seines Ex-Klubs. Der heutige Co-Trainer der deutschen U20-Nationalmannschaft nannte die Lage "maximal unglücklich". Er verwies auf gravierende individuelle Fehler, die sich derzeit häuften. Sieben Gegentore seien einfach zu viel, so Stindl laut dem Bericht von Bild.
Stindl kommentierte auch die drastischen Worte des aktuellen Kapitäns Tim Kleindienst nach der Niederlage. "Das war schon drastisch in der Sprache und der Art und Weise, wie er sich ausgedrückt hat", sagte Stindl. Er sei aber überzeugt, dass Kleindienst diese Worte auch intern gewählt habe, um die Mannschaft wachzurütteln. Die Ambitionen des Vereins seien ganz andere gewesen, als die aktuelle Tabelle mit null Punkten zeigt.
Was geschah im Spiel gegen Elversberg?
Die SV Elversberg gewann ein kurioses Spiel im Borussia-Park trotz eines 1:3-Rückstands. Nach einem frühen Führungstreffer von Hugo Bolin in der 11. Minute glich Elversberg aus, bevor Bolin kurz vor der Pause erneut traf. Joe Scally schien mit dem 3:1 in der 56. Minute die Entscheidung zu bringen, wie die Tagesschau berichtete.
Doch die Gäste gaben nicht auf. Maurice Krattenmacher (66.), Felix Keidel (80.) und erneut Krattenmacher in der Nachspielzeit drehten das Spiel. Elversbergs Trainer Vincent Wagner sah nach einer Beschwerde über einen falschen Einwurf Gelb-Rot und verfolgte die zweite Halbzeit aus dem Oberrang. Für Gladbach war es die zweite Niederlage in Folge, die die Mannschaft auf den 18. Tabellenplatz mit einem Torverhältnis von 3:7 Toren drückt.
Wie reagierten die Gladbach-Profis auf die Fan-Pfiffe?
Nach dem Abpfiff quittierten die enttäuschten Heimfans die Blamage gegen das "Wunderdorf" mit einem lauten Pfeifkonzert. Laut Bild Sport machte sich Kapitän Tim Kleindienst zunächst mit vielen Mitspielern direkt auf den Weg in die Kabine. Manager Rouven Schröder ging dagegen mit einigen Profis zur Kurve und war mit der Reaktion der Übrigen nicht einverstanden.
Erst nach einer Diskussion mit Schröder kehrte Kleindienst zurück, um sich gemeinsam mit dem Manager der Fan-Wut zu stellen. Trainer Eugen Polanski zeigte Verständnis für die Frustration der Anhänger. "Das schmerzt definitiv, aber die verlorenen drei Punkte schmerzen noch deutlich mehr, denn dadurch kippt die Stimmung", sagte der 40-Jährige. Die Mannschaft müsse sich cleverer anstellen, um Bundesligaspiele zu gewinnen.
Welche Personalprobleme belasten Gladbach?
Neben den sportlichen Problemen kämpft Borussia Mönchengladbach mit mehreren Ausfällen. Derzeit sind Daiki Hashioka, Enzo Leopold, Jens Castrop und Yukhym Konoplya verletzt und für die nächsten Spiele nicht verfügbar. Die aktuelle Verletztenliste zeigt damit eine angespannte Personalsituation auf.
Im Spiel gegen Elversberg hatte Trainer Polanski den 18-jährigen Mathieu Nguefack erstmals von Beginn an aufgestellt. Der Nachwuchsspieler zeigte Licht und Schatten in seinem Debüt. Er bereitete das erste Tor von Bolin vor, verlor aber kurz darauf den Ball in gefährlicher Position, was beinahe zum Ausgleich führte. Die Rotation war nötig, um frische Kräfte nach der 0:3-Niederlage in Leipzig einzusetzen.
Was kommt als Nächstes auf Gladbach zu?
Die nächste Aufgabe für die kriselnde Borussia wartet am 12. September 2026 beim SC Freiburg. Das Auswärtsspiel gegen den aktuellen Tabellenführer stellt eine enorme Herausforderung dar. Gladbach liegt bereits sechs Punkte hinter Freiburg und muss dringend einen Punktgewinn einfahren, um den Anschluss nicht zu verlieren. Den kompletten Spielplan der Borussia finden Sie auf unserer Spielplan-Seite.
