Borussia Mönchengladbach hat seinen Interimstrainern Jan-Moritz Lichte und Markus Gellhaus eine Jobgarantie ausgesprochen. Sportdirektor Rouven Schröder bestätigte die Zusage, die unabhängig von der kommenden Cheftrainer-Entscheidung gilt.

Die Maßnahme beeinflusst die laufende Suche nach einem Nachfolger für den entlassenen Eugen Polanski direkt. Ein neuer Chef darf nur einen eigenen Co-Trainer mitbringen. Bewerber, die ein komplett neues Team aus drei oder vier Assistenten fordern, kommen damit nicht in Frage. Lichte und Gellhaus werden auch nicht in die U23 oder Jugend abgeschoben, sondern bleiben im Profibereich.

Schröder bestätigt Plan

„Das stellte Sportchef Rouven Schröder auf Nachfrage klar“, hieß es aus dem Klub. Der 50-Jährige sicherte dem Duo damit den Rücken für die schwierige Aufgabe. Gladbach steht nach drei Niederlagen zum Auftakt mit null Punkten auf dem 17. Tabellenplatz. Das 0:5 beim SC Freiburg am vergangenen Wochenende unterstrich die Krise. Die nächste Chance bietet sich am Samstag (15.30 Uhr, Sky) im Heimspiel gegen den FSV Mainz 05, gegen den es im April ein 1:1 gab. Die aktuelle Tabelle zeigt den dringenden Handlungsbedarf.

Konsequenzen für Kandidaten

Die Vorgabe schränkt den Kreis möglicher Trainer ein. Ein Name, der bereits aus finanziellen Gründen ausscheidet, ist Ole Werner. Der 38-Jährige, der RB Leipzig trotz Champions-League-Qualifikation verlassen musste, verdient dort 3,7 Millionen Euro im Jahr und lehnte sogar ein zweistelliges Millionenangebot aus Saudi-Arabien ab. Für Gladbach ist er nicht zu bezahlen. Die Suche konzentriert sich nun auf Kandidaten, die mit der vorgegebenen Struktur einverstanden sind.

Hintergrund der Entlassungen

Die Garantie für Lichte und Gellhaus folgt auf die Trennung von Eugen Polanski und seinem Assistenten Tobias Trulsen. Der 40-jährige Polanski, der einen Vertrag bis 2028 hatte, erhielt eine Abfindung. Sein Nachfolger auf der Bank gegen Mainz wird der 46-jährige Lichte sein, unterstützt vom 56-jährigen Gellhaus. Sie übernehmen ein Team, das in den ersten drei Spieltagen zwölf Gegentore kassiert hat. Topscorer ist mit zwei Treffern Hugo Bolin. Verletzungsbedingt fehlen weiterhin Daiki Hashioka, Enzo Leopold, Jens Castrop, Nicolas-Gerrit Kühn und Yukhym Konoplya, wie der aktuelle Verletztenstatus ausweist.

Die sportliche Leitung setzt mit der Personalentscheidung ein Zeichen der Kontinuität in unruhigen Zeiten. Das nächste Pflichtspiel findet am 19. September im Borussia-Park statt.

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