Borussia Mönchengladbach hat Trainer Eugen Polanski nach nur drei Spieltagen der neuen Bundesliga-Saison entlassen. Die Entscheidung folgte der 0:5-Niederlage beim SC Freiburg am Samstagnachmittag, die den Verein auf den 17. Tabellenplatz ohne einen einzigen Punkt zurückließ.
Polanski, der den Klub seit seinem achten Lebensjahr kennt und hier 2004 sein Profidebüt gab, übernahm das Traineramt vor knapp einem Jahr. Zuvor hatte er drei Jahre die U23 betreut. „Borussia Mönchengladbach war und wird immer mein Verein sein“, sagte der 40-Jährige. „Deshalb tut es so weh, dass es so gekommen ist.“ Nach der erfolgreichen Klassenerhaltung im Vorjahr seien Veränderungen für diese Saison geplant gewesen. „Wir hatten große Hoffnungen, aber wir haben es nicht geschafft, sie zu erfüllen. Das tut mir leid.“
Debakel in Freiburg besiegelt das Ende
Die Partie in Freiburg geriet zur Katastrophe. Bereits zur Pause lag Gladbach nach Treffern von Yannick Engelhardt (23.) und Igor Matanovic (29.) mit 0:2 zurück. Kapitän Tim Kleindienst sah in der 64. Minute nach einer zweiten Gelben Karte Rot. In der Schlussphase kassierte die Mannschaft dann noch drei weitere Tore, darunter ein Doppelpack von Engelhardt. Matthias Ginter, einst Gladbach-Spieler, bereitete zwei Treffer vor. Die Bilanz nach drei Spieltagen ist verheerend: drei Niederlagen, drei eigene Tore und zwölf Gegentore.
Die aktuelle Tabelle zeigt Gladbach auf dem vorletzten Platz mit null Punkten und einer Tordifferenz von minus neun. Neun Punkte liegen bereits zum Spitzenreiter SC Freiburg zurück. Die letzten drei Pflichtspiele endeten allesamt mit einer Niederlage. Die komplette Übersicht der Ergebnisse und die anstehenden Termine finden Sie auf unserer Spielplan-Seite.
Unruhe im Kader und in der Führung
Die sportliche Krise wird von internen Turbulenzen begleitet. Kleindienst hatte sich nach der überraschenden 3:4-Heimpleite gegen Aufsteiger SV Elversberg in der Vorwoche kritisch über Teamkollegen geäußert. In einem Interview schlug er vor, man solle weniger Zeit mit TikTok verbringen. Auch die Führungsebene ist im Umbruch. Sportdirektor Roland Virkus trat bereits im vergangenen September zurück, ist aber weiter im Scouting tätig. Sein Nachfolger Rouven Schröder steht nun vor der schwierigen Aufgabe, einen neuen Trainer zu finden.
Die Situation erinnert an den Vorjahresstart, als der Vorgänger Gerardo Seoane ebenfalls nach nur drei Spielen gehen musste. Die glorreichen Zeiten unter Marco Rose, der die Mannschaft vor fünfeinhalb Jahren bis ins Achtelfinale der Champions League führte, wirken weit entfernt. Schlüsselspieler wie Marcus Thuram und Ramy Bensebaini verließen den Verein nach Vertragsende.
Verletzungssorgen vor Mainz-Duell
Für das nächste Spiel am Samstag gegen den FSV Mainz 05 im BORUSSIA-PARK fehlen mehrere Akteure. Daiki Hashioka, Enzo Leopold, Jens Castrop, Nicolas-Gerrit Kühn und Yukhym Konoplya sind derzeit verletzt. Die aktuelle Personallage können Sie im Kader einsehen. Topscorer der Saison ist bislang Hugo Bolin mit zwei Treffern. Gegen Mainz, aktuell Achter der Tabelle, trennte man sich im letzten Aufeinandertreffen im April 1:1. Ein Interimstrainer wird die Mannschaft auf das Spiel um 15:30 Uhr vorbereiten.
First reported at The Guardian Football
