Borussia Mönchengladbach werden in einer Expertenanalyse als mögliches Überraschungsteam der kommenden Bundesliga-Saison gehandelt. Die Begründung liegt vor allem in einer veränderten Spielphilosophie unter Trainer Eugen Polanski und der Rückkehr wichtiger verletzter Spieler. Diese Einschätzung wurde in einem Podcast der Sportschau diskutiert, in dem die Perspektiven der Mannschaft vor dem Saisonstart beleuchtet wurden.

Sportschau-Reporter Jens Walbrodt sieht die Gladbacher besser aufgestellt. "Das liegt vor allem auch am Trainer", sagte er. "In den Vorbereitungsspielen war eine andere Borussia zu erkennen: offensiv geprägter, variabler und aggressiver Angriffsfussball." Mit diesem Ansatz besiegte die Mannschaft in der Vorbereitung unter anderem den Europa-League-Sieger Aston Villa. Diese Leistung wird als Indiz für das gestiegene Potenzial gewertet.

Polanski hatte den Verein im Laufe der Vorsaison in akuter Abstiegsgefahr übernommen und schaffte den Klassenerhalt. Die damals teils defensive Ausrichtung, die notwendig war, um die kritische Situation zu stabilisieren, brachte ihm Kritik ein. Nun, so der Eindruck, will er den offensiven Fussball spielen lassen, für den er in seiner Zeit bei der Gladbacher U23 geschätzt wurde. Diese Rückkehr zu seinen Grundsätzen wird als zentraler Faktor für die positive Erwartungshaltung genannt.

Kleindienst und Hack wie Neuzugänge

Die neue Spielweise kommt einigen Spielern entgegen. Philipp Sander, Hugo Bolin oder Youngster Wael Mohya überzeugten in Testspielen. Entscheidend sind aber die Rückkehrer. "Kleindienst und Hack sind gefühlte Neuzugänge für die Borussia", sagte Walbrodt. Beide Angreifer waren lange verletzt und fehlen somit in der Squad-Übersicht der vergangenen Saison. Ihre Rückkehr verleiht der Offensive neue Optionen und Tiefe. Robin Hack, der bereits in der Vorsaison überzeugen konnte, bevor er verletzt ausfiel, und der erfahrene Stürmer Tim Kleindienst werden als interne Verstärkungen von grosser Bedeutung eingeschätzt.

Der Kader hat sich in diesem Sommer verändert. Mit David Herold vom Karlsruher SC und Enzo Leopold aus Hannover kamen früh Neuzugänge aus der 2. Liga. Gleichzeitig verliessen aber auch wichtige Spieler wie der ausgeliehene Stürmer Haris Tabakovic, Mittelfeldmotor Rocco Reitz und Abwehrchef Nico Elvedi den Verein. Die komplette Transferbilanz und den aktuellen Kader kann man auf der Vereinsseite einsehen. Die Experten merken an, dass die Abgänge zwar spürbar sind, die internen Rückkehrer und der neue Spielstil diesen Verlust aber auffangen könnten.

Trotz dieser Abgänge überwiegt bei den Experten die Zuversicht. Die Kombination aus Polanskis offensiverem Ansatz und den zurückkehrenden Leistungsträgern könnte den Unterschied machen. Gladbach beendete die Vorsaison auf dem 13. Platz und will sich deutlich verbessern. Die ersten Gelegenheiten dazu gibt es ab dem 1. Spieltag, dessen Spielplan bereits feststeht. Die Analyse betont, dass die Mannschaft nicht zu den offensiven Titelfavoriten gehört, aber das Potenzial für eine positive Überraschung und einen Platz im vorderen Mittelfeld besitzt.

Die Mannschaft bereitet sich derzeit auf den Saisonstart vor. Die konkrete Entwicklung wird sich in den ersten Wochen zeigen, wenn die Punkte verteilt werden. Der erste offizielle Test steht am kommenden Wochenende an. Die Experten weisen darauf hin, dass die Vorbereitung zwar vielversprechend war, die wahre Bewährungsprobe aber erst im Wettkampfmodus der Bundesliga beginnt.