Borussia Mönchengladbachs Daiki Hashioka erlitt am Samstag eine schwere Kopfverletzung und musste nach der 0:3-Niederlage gegen RB Leipzig mit dem Krankenwagen ins Leipziger Universitätsklinikum gebracht werden. Dies berichtete Bild. Der 27-jährige Verteidiger kollidierte in der 72. Minute mit Leipzigs Antonio Nusa und wurde fast zehn Minuten auf dem Platz behandelt, bevor er auf einer Trage abtransportiert wurde.
Nach dem Abpfiff folgte die Fahrt ins Krankenhaus, wo Hashioka eine Untersuchung der Halswirbel absolvierte. Für Gladbach, das die vergangene Saison mit 38 Punkten auf dem 12. Platz der Bundesliga beendete, ist dies ein weiterer Rückschlag in der Vorbereitung auf die neue Spielzeit. Die Mannschaft hatte in der Vorsaison 42 Tore erzielt, aber 53 kassiert.
Wie schwer ist die Verletzung von Daiki Hashioka?
Die genaue Diagnose und die Dauer der Ausfallzeit von Daiki Hashioka stehen noch aus. Gladbachs Sportdirektor Rouven Schröder äußerte sich nach dem Spiel besorgt. "Wir hoffen das Beste für Daiki", sagte der 50-Jährige. Er fügte jedoch eine mögliche Konsequenz an: "Aber wenn er länger ausfallen sollte, müssen wir vielleicht auf dem Transfermarkt nochmal reagieren." Eine längere Abwesenheit des Japaners würde die Defensive zusätzlich belasten, die bereits mit den verletzten Jens Castrop, Zento Uno und Yukhym Konoplya zu kämpfen hat. Den aktuellen Stand der Personalsorgen kann man auf unserer Verletztenliste verfolgen.
Die Sorge ist berechtigt, denn der Zusammenprall mit Nusa wirkte heftig. Beide Teams unterbrachen ihre Unterstützung, während das medizinische Personal Hashioka versorgte. Der Abtransport per Ambulance direkt nach Spielende unterstreicht die Ernsthaftigkeit des Vorfalls.
Wie verlief das Spiel gegen RB Leipzig?
Die Partie hatte für Gladbach zunächst vielversprechend begonnen. In der ersten Hälfte verhinderte Leipzigs Torhüter Maarten Vandevoordt mit Glück und Reflexen die Führung der Gäste. Zunächst lenkte er einen Schuss von Hugo Bolin auf den Pfosten, in der 21. Minute klärte er dann noch auf der Linie. Die Offensive zeigte also Ansätze, die in der kommenden Saison wichtig sein werden, um die 51 Punkte Rückstand auf Rekordmeister Bayern München zu verringern.
Doch dann drehte Leipzig das Spiel. Ridle Baku brachte die Sachsen in der 26. Minute in Führung, nach einer Vorlage von Brajan Gruda und Tidiam Gomis. Direkt nach der Pause erhöhte Antonio Nusa auf 2:0. Den dritten Treffer erzielte schließlich Rocco Reitz in der 66. Minute. Auffällig war, dass Reitz nach seinem Tor die Hände entschuldigend hob. Der 24-Jährige hatte von 2018 bis 2024 für Gladbach gespielt und war im Sommer für 18 Millionen Euro nach Leipzig gewechselt.
Was bedeutet der Treffer von Rocco Reitz?
Für Rocco Reitz war das Spiel eine emotionale Angelegenheit. "Ich habe mein halbes Leben in Gladbach verbracht, aber versucht, mich so wenig wie möglich damit zu beschäftigen", sagte er nach dem Spiel. "Aber natürlich ist es ein sehr, sehr besonderes Spiel gewesen." Bemerkenswert ist, dass Reitz überhaupt auflaufen konnte. Er hatte kürzlich eine schwere Infektion durchgemacht. Sein Tor wurde von Christopher Nkunku vorbereitet, der nach drei Jahren Abwesenheit von AC Milan zurückgekehrt war. Nkunku kam erst in der 64. Minute ins Spiel und legte 80 Sekunden später für Reitz auf.
Eine weitere persönliche Verbindung bestand zwischen Reitz und dem verletzten Hashioka. Beide waren bereits Teamkollegen beim belgischen Klub St. Truiden gewesen. Nun trafen sie unter unglücklichen Umständen aufeinander.
Wie geht es für Gladbach weiter?
Die unmittelbare Zukunft von Borussia Mönchengladbach wird von Hashiokas Gesundheitszustand beeinflusst. Sollte der Verteidiger lange fehlen, könnte die von Rouven Schröder angedeutete Reaktion auf dem Transfermarkt notwendig werden. Die sportliche Planung konzentriert sich derweil auf das nächste Pflichtspiel. Am 5. Dezember 2026 geht es im DFB-Pokal auswärts gegen Bayer Leverkusen, den Sechsten der letzten Tabelle. Die komplette Terminplanung findet sich auf unserer Spielplan-Seite.
Die Niederlage in Leipzig ist ein Dämpfer, doch die letzten fünf Saisonspiele der Vorsaison brachten mit zwei Siegen, zwei Unentschieden und einer Niederlage (WLWDD) eine solide Basis. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie die Mannschaft mit diesem personellen Rückschlag umgeht und ob die Defensive, die in 34 Spielen 53 Gegentore kassierte, stabilisiert werden kann. Die aktuelle Tabelle zeigt den Weg, der in der neuen Saison vor Gladbach liegt.
