Alexander Blessin ist der neue Chefcoach von Borussia Mönchengladbach und übernimmt eine Mannschaft in der tiefsten Krise. Der 53-Jährige will mit eiserner Disziplin die Abwehr stabilisieren und hofft auf das Rhein-Derby am 11. Oktober als Initialzündung für die Wende.
Gladbach steht nach vier Spieltagen mit null Punkten und 16 Gegentoren auf dem letzten Platz der Bundesliga. Sportdirektor Rouven Schröder präsentierte Blessin am Dienstag Arm in Arm auf dem Rasen des Borussia-Parks. „Der Trainer brennt“, sagte Schröder über den neuen Mann auf der Bank. Blessin selbst machte sofort klar, worauf es ankommt. „Es gibt ein paar Sachen, die nicht diskutabel sind. Da geht es um Respekt und um Disziplin. Das werde ich vorleben und das werde ich auch einfordern“, erklärte der Coach. Defensive Ordnung nannte er ein „eisernes Gesetz“. Die aktuelle Phase bezeichnete er als „Scheißzeit“, die er in eine gute Zeit verwandeln wolle.
Erste Eindrücke und Testspiel
Blessin leitete am Dienstag seine erste Trainingseinheit, wobei ihm aufgrund der Länderspielpause mehrere Stammspieler fehlten. Die lange Pause bis zum Derby biete ihm aber die nötige Zeit, die Mannschaft und den Stab kennenzulernen. Zuvor absolvierte Gladbach am vergangenen Donnerstag ein Testspiel gegen die Sportfreunde Siegen, den Verein, für den Blessin einst als Spieler aktiv war. Das Spiel endete mit einem 3:0-Sieg für die Borussia, was einen kleinen positiven Impuls vor dem Neustart setzte.
Die Bilanz der ersten vier Ligaspiele ist dagegen verheerend. Nach der 0:3-Auftaktpleite in Leipzig folgten zwei 3:4-Heimniederlagen gegen Elversberg und Mainz sowie ein 0:5-Debakel in Freiburg. In der Partie gegen Mainz kam es zwischen Kevin Diks und Shuto Machino sogar zu einem Streit über die Ausführung eines Elfmeters. Kapitän Tim Kleindienst kritisierte nach der Elversberg-Niederlage öffentlich die Einstellung einiger Mitspieler.
Blessins defensiver Ansatz
Blessin bringt Erfahrung aus Stationen in Belgien, Italien und zuletzt beim FC St. Pauli mit. Bei den Hamburgern, die er im Sommer 2024 übernommen hatte, gelang ihm in der Saison 2024/25 eine solide Defensivarbeit. Nur Meister Bayern München kassierte weniger Tore als St. Pauli, der allerdings mit den wenigsten eigenen Treffern der Liga auf dem 14. Platz landete. Diese defensiven Grundsätze will er nun in Mönchengladbach etablieren. Er sieht im Kader mehr Potenzial, als die Tabelle zeigt, betont aber die Notwendigkeit einer verbesserten kollektiven Anstrengung, um Spiele zu gewinnen.
Der Weg zurück soll Schritt für Schritt erfolgen. Das nächste Ziel ist klar: das Auswärtsspiel beim Erzrivalen 1. FC Köln in der Müngersdorfer Sportarena. Köln liegt derzeit auf dem 13. Tabellenplatz. Für Gladbach-Fans ist dieses Derby immer ein Höhepunkt der Saison, in diesem Fall könnte es tatsächlich zum Wendepunkt werden. Die komplette Terminplanung der Borussia findet sich auf unserer Spielplan-Seite. Blessin und seine Mannschaft haben nun knapp drei Wochen Zeit, um die Grundlagen für einen erfolgreichen Neuanfang zu legen. Der erste offizielle Auftritt des neuen Trainers am Borussia-Park bleibt das Testspiel gegen Siegen, der erste echte Beweis folgt dann am 11. Oktober in Köln.
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